Maschinen Stundensatz Rechnung Beispiel Essay

Die für die Kalkulation notwendigen Sätze für Arbeits- und Maschinenstunden ermitteln Sie, indem Sie die Summe der jeweiligen Gemeinkosten durch die produktiven Stunden/Jahr bzw. die Maschinenstunden teilen.

Pro Arbeitsstunde müssten Sie im Beispiel rund 35 EUR berechnen. Bei den Maschinen schwanken die Stundensätze zwischen knapp 30 und 44 EUR (vgl. Tab. 9).

Sie sehen, dass für Sie und Ihre Kunden einen erheblichen Unterschied macht, ob Sie für einen Auftrag z. B. 10 Arbeitsstunden sowie 10 Stunden für Maschine 1 oder 10 Stunden für Maschine 3 berechnen. Ein Durchschnitts- oder Einheitssatz über alle Maschinen ist nur gerechtfertigt, wenn Sie für alle Aufträge alle Maschinen in etwa gleichstark beanspruchen, was in der Praxis eher unrealistisch ist.

MASCHINEN
Betrieb/ ProduktionMaschine 1Maschine 2Maschine 3Maschine 4Maschine 5
Summe Gemeinkosten215.08874.22464.17450.52460.07435.916
Ermittlung der Kostensätze
Maschinenstunden1.6861.6861.6861.6861.190
Produktive Stunden/Jahr6.192
Zuschlags-/Stundensätze34,74 EUR44,02 EUR38,06 EUR29,97 EUR35,63 EUR30,18 EUR

Tab. 9: Zuschlags-/Stundensätze

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt ProFirma Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich ProFirma Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Jetzt kostenlos 4 Wochen testen


Meistgelesen

6. Maschinenstundensatzrechnung

6.1. Warum Maschinenstundensatzrechnung

Bisher wurden im Rahmen der Zuschlagskalkulation die Fertigungslöhne (FEK) als Zuschlagsgrundlage für die Fertigungsgemeinkosten herangezogen. Diese Vorgehensweise unterstellt, dass ein Zusammenhang zwischen Fertigungslöhnen und Fertigungsgemeinkosten besteht. Je höher die Fertigungslöhne für ein Produkt sind, desto mehr Fertigungsgemeinkosten werden diesem Produkt zugerechnet. Hierzu ein einfaches Beispiel:

Das Produkt A verursacht Fertigungslöhne in Höhe von 100 € und das Produkt B verursacht Fertigungslöhne von 200 €. Bei einem Zuschlagsatz von 250 % im Fertigungsbereich ergibt dies die folgenden Fertigungskosten für die beiden Produkte:


Wegen des bei der Zuschlagskalkulation unterstellten Zusammenhangs zwischen Fertigungslöhnen und Fertigungsgemeinkosten steigen die Fertigungsgemeinkosten proportional mit den Fertigungslöhnen.

Bei den in der industriellen Produktion wichtigsten Fertigungsgemeinkostenarten existiert der unterstellte Zusammenhang jedoch nicht:

Fertigungsgemeinkostenarten, bei denen kein Zusammenhang mit den Fertigungslöhnen besteht:

Für die Verwendung der Fertigungslöhne als Zuschlagsgrundlage für sämtliche Fertigungsgemeinkostenarten spricht lediglich die einfache Handhabung.

Diesem Vorteil stehen jedoch schwerwiegende Nachteile gegenüber:

  • Die Lohnkosten verändern sich durch Einflüsse, die nicht betriebsbedingt sind, nämlich durch Tarifabschlüsse. Ein neuer Tarifabschluss hat jedoch normalerweise keine Änderung der oben genannten Fertigungsgemeinkosten zur Folge. Also müssen bei Tarifabschlüssen die Zuschlagssätze geändert werden.
  • Durch zunehmende Mechanisierung und Automatisierung wird der Anteil der Fertigungsgemeinkosten an den Fertigungskosten immer größer und der Anteil der Fertigungslöhne geht zurück. Hieraus ergibt sich prozentual gesehen ein hoher Zuschlagssatz für die Fertigungslöhne. Dies wiederum hat bei der Vorkalkulation einen erheblichen Nachteil: Selbst geringfügige Fehleinschätzungen bei den Fertigungslöhnen führen zu erheblichen Folgewirkungen bei der Ermittlung der Fertigungsgemeinkosten.
  • Der im Rahmen der Kostenstellenrechnung ermittelte Fertigungsgemeinkostenzuschlagsatz wird in der Zuschlagskalkulation für alle Kostenträger, welche die Leistungen der Kostenstelle in Anspruch nehmen, herangezogen. Eine derartige Abrechnung führt aber dann zu einer unzutreffenden Belastung der Produkte, wenn diese die Maschinen der Kostenstelle nicht gleichmäßig belasten und die zur Produktion eingesetzten Maschinen unterschiedlich hohe Kosten verursachen. Die Fertigungsgemeinkosten pro Leistungseinheit werden zu hoch angesetzt, wenn die Arbeiten auf einer Maschine ausgeführt werden, die niedrige Kosten verursacht. Die Kosten werden in der Kalkulation dagegen zu niedrig angesetzt, wenn die Fertigung auf einer Maschine erfolgt, die hohe Kosten verursacht.

Durch die MSSR (MaschinenStundenSatzRechnung) sollen die Nachteile der Zuschlagskalkulation beseitigt werden, wobei die MSSR lediglich bei der Ermittlung der Fertigungskosten von der Zuschlagskalkulation abweicht.

Um eine MSSR durchführen zu können, ist es zunächst erforderlich, die Fertigungsgemeinkosten in maschinenabhängige und maschinenunabhängige Gemeinkosten (Restgemeinkosten) aufzuspalten:


Zu den Restgemeinkosten zählen i. d. R die folgenden Fertigungsgemeinkostenarten:

Bei der MSSR wird in mehreren Schritten vorgegangen:

  1. Ermittlung der Maschinenlaufzeit
  2. Ermittlung des Maschinenstundensatzes
  3. Ermittlung der Fertigungskosten

6.2. Ermittlung der Maschinenlaufzeit

Um zum Maschinenstundensatz zu gelangen, ist es zunächst erforderlich, die jährliche bzw. monatliche Laufzeit einer Maschine zu ermitteln.

Maschinenlaufzeit ist diejenige Zeit, in der die Maschine tatsächlich läuft.
Die Maschinenzeit ist diejenige Zeit, in der die Maschine theoretisch laufen könnte, wenn sie ständig in Betrieb wäre.

Berechnung der Maschinenzeit:

365,25 * 24 Std. = 8.766 Std./Jahr (Schaltjahre werden berücksichtigt)

Die Stillstandszeit umfasst:

  • Arbeitsfreie Tage im Jahr
  • Die Zeiten eines Arbeitstages, an denen nicht gearbeitet wird (Einschichtbetrieb)
  • Betriebsbedingte Stillstandszeiten, die als prozentuale Erfahrungswerte bekannt sind (Instandhaltungszeiten, Betriebsversammlungen, durch Krankheit des Bedienungspersonals bedinge Stillstandszeiten)
  • Auftragsbedingte Rüstzeiten

Die Maschinenlaufzeit wird in einem Industriebetrieb nach Möglichkeit so geplant, dass die Anzahl der Ruhestunden (Zeiten, in denen die Maschine nicht läuft) gering ist. Von den maximal zur Verfügung stehenden Arbeitsstunden sind die Zeiten abzuziehen, in denen die Maschine erfahrungsgemäß stillsteht.

Beispiel:

In einer 40-stündigen Arbeitswoche läuft eine Maschine planmäßig 37,5 Stunden. Die restlichen 2,5 Stunden sind erforderlich, um die Maschine umzurüsten, einzurichten und zu reinigen. 4 Wochen im Jahr kann die Maschine aufgrund von Feiertagen und Urlaub nicht genutzt werden. Die geplante jährliche Nutzung bei Normalbeschäftigung beläuft sich also auf

37,5 Stunden * 48 Wochen = 1.800 Std./Jahr

1.800 / 12 = 150 Std./Monat

6.3. Ermittlung des Maschinenstundensatzes

Mithilfe der maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten lässt sich der Maschinenstundensatz ermitteln:


In der Vorkalkulation Markt wird der aus den geplanten Fertigungsgemeinkosten und den geplanten Maschinenstunden errechnete Maschinenstundensatz angewendet. Die so ermittelten Selbstkosten eines Auftrags sind in der Nachkalkulation anhand der tatsächlichen Maschinenstunden zu kontrollieren.

Die maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten sind zu unterteilen in:

  • variable maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten z. B. Betriebsstoffkosten)
  • fixe maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten (kalk. AfA, kalk. Zinsen, Platzkosten)
  • maschinenabhängige Mischkosten (fix und variabel) (Energiekosten wegen der Grundgebühr, Reparaturkosten bei Wartungsverträgen)

Die folgende Übersicht zeigt die Einteilung der maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten in fixe und variable Gemeinkosten auf der Grundlage einer Beschäftigung von 150 Laufstunden im Monat:


Bei 150 Laufstunden je Monat ergeben sich fixe maschinenabhängige Fertigungsgemeinkosten von 6.390 / 150 = 42,60 €/Std.

Der Maschinenstundensatz beläuft sich also insgesamt auf

42,60 + 13,40 = 56,00 €

Bei einer Erhöhung der Laufzeit geht der Maschinenstundensatz zurück, weil sich die fixen maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten auf eine größere Stundenzahl verteilen, während der Stundensatz der variablen maschinenabhängigen Fertigungsgemeinkosten konstant bleibt.

Werden auf einer Maschine nun verschiedene Produkte hergestellt, so ist bei der Kalkulation dieser Produkte die jeweils von ihnen benötigte Maschinenlaufzeit zu berücksichtigen.

Benötigt das Produkt A die Maschine nur 30 Minuten während das Produkt B 1 Std. Maschinenlaufzeit belegt, so sind bei der Kalkulation von einer Einheit A nur 28 € , bei B hingegen 56 € Maschinenkosten zu berücksichtigen.

Im Kalkulationsschema ergeben sich bei Kalkulation mit Maschinenstundensätzen folgende Änderungen:


Beispiel zur Maschinenstundensatzrechnung:

Die Anschaffungskosten einer Maschine betragen 100.000 €, die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre, die kalkulatorische AfA erfolgt linear auf die voraussichtlichen Wiederbeschaffungskosten von 150.000 €. Die kalkulatorischen Zinsen werden mit 12 % von den Anschaffungskosten berechnet. Die Instandhaltungskosten werden mit 10.000 € pro Monat veranschlagt, an Platzkosten entstehen monatlich 1.000 €. Die Grundgebühr für Energiekosten beträgt 100 € im Monat, der Stromverbrauch der Maschine beträgt 1,25 kWh bei einem Kilowattpreis von 0,20 €. Die Betriebsstoffkosten betragen 200 € im Monat.

Als Fixkosten gelten.

80 % der AfA, 30 % der Instandhaltungskosten, die Grundgebühr, die kalkulatorischen Zinsen und die Platzkosten in voller Höhe.

Zu berechnen ist der Maschinenstundensatz bei einer Laufzeit von 160 Stunden im Monat.



Bei Umstellung auf Zweischichtbetrieb bei einer Maschinenlaufzeit von 320 Std. im Monat ergibt sich ein neuer Maschinenstundensatz von:


Anmerkung:

  • Als Bemessungsgrundlage für die kalkulatorischen Abschreibungen sind die Wiederbeschaffungskosten anzusetzen (Substanzerhaltungsprinzip)
  • Beachten Sie, dass die kalkulatorischen Zinsen auf die halben AK berechnet werden (Durchschnittswertmethode).
  • Die Instandhaltungskosten werden oft in Form eines sog. Instandhaltungsfaktors ausgedrückt. Dieser Instandhaltungsfaktor gibt dann an, welcher Teil der Wiederbeschaffungskosten der Maschine für Instandhaltung angesetzt werden muss. Ein Instandhaltungsfaktor von 0,3 besagt, dass 30 % der Wiederbeschaffungskosten der Maschine für Instandhaltung aufgewendet werden müssen.

Aufgaben zum Kapitel "Maschinenstundensatzrechnung"

0 thoughts on “Maschinen Stundensatz Rechnung Beispiel Essay”

    -->

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *